Gesundheit und gute gewohnheiten

ACHTEN SIE AUF SICH !

Ultra-Ausdauersport fordert gute Selbstkenntnis und den Wunsch, seine Grenzen möglichst weit hinauszuschieben. Er hat aber auch unweigerlich Auswirkungen auf den Körper. Deshalb ist es wichtig, an seine Gesundheit zu denken und auf seinen Körper zu hören, um Schäden oder gar Unfälle zu vermeiden. Es ist daher erforderlich, den Körper gut vorzubereiten, ihn auf diese Anstrengung zu trainieren, wenn man einen guten Lauf zurücklegen und heil ans Ziel kommen will.

Sie sollten auf jeden Fall Automedikation meiden. Befragen Sie einen Arzt ! Die Ärzte des UTMB® beraten Sie gern !

Nachfolgend einige Reflexionspunkte zum Thema Gesundheit und erfolgreicher Lauf, die von unseren Ärzten und Experten zusammengestellt wurden :

  • Training und Lauftechnik
  • Geistige Vorbereitung
  • Auswahl und Testen der Ausrüstung
  • Vorbeugung von Verletzungen
  • Ernährung vor und während dem Lauf
  • Schlaf
  • Lauftaktik
  • Beachten von « Warnsignalen »
  • Erholung nach dem Lauf
Selbstmedikatio

Die Risiken bei Selbstmedikation

Interview mit Doktor Patrick Basset

Doktor Patrick Basset ist ärztlicher Leiter von Dokever, einer Gesellschaft für die Koordination bei Rettungseinsätzen. Diese Gesellschaft ist verantwortlich für die ärztlichen Aufgaben beim Ultra-Trail du Mont-Blanc® und speziell für die Organisation und das Management der Rettungsmannschaften im Gelände. Er informiert Sie über die Risiken der Selbstmedikation.

Können Sie uns das Phänomen der Selbstmedikation im Bereich des Trail-Running erklären ?

« Die Selbstmedikation ist die Medikamenten-Einnahmen ausserhalb ärztlicher Verschreibung zur Heilung oder Vorbeugung von Symptomen. Dieses Handeln kann gefährlich für die Gesundheit sein. Wie es eine Studie unter den Läufern des Ultra-Trail du Mont-Blanc%uF0D2 zeigte, wird Selbstmedikation vor allem bei zwei Arten von Symptomen durchgeführt : bei Gelenksschmerzen und Verdauungsstörungen. Die am häufigsten eingenommenen Medikamente sind folglich entzündungshemmende nicht stereoidale Antirheumatika (NSAR), sowie Medikamente gegen Durchfall und Erbrechen.l’automédication la plus fréquemment pratiquée vise à lutter contre deux types de symptômes : les douleurs ostéo-articulaires et les troubles digestifs. Par conséquent, les principaux médicaments concernés sont les anti-inflammatoires non stéroïdiens (AINS), les anti-diarrhéiques et les anti-vomitifs. »

Welche Risiken birgt die Einnahme dieser Art von Medikamenten ?

« Bei lang andauernder Anstrengung, kann die Einnahmen von entzündungshemmenden Mitteln toxisch für die Niere sein und eine Rhabdomyolyse verursachen : das ist eine Auflösung der Muskelzellen verbunden mit einer mehr oder minder starken Niereninsuffizienz. Wir stellten fest, dass eine akute Niereninsuffizienz meistens beim Zusammentreffen von fünf Faktoren auftritt: Rhabdomyolyse (Auflösung von Muskelzellen) + Dehydratation (ungenügende oder unpassende Wasserzufuhr) + Hypoxämie (ungenügende Sauerstoffzufuhr auf Grund der Höhe oder der Anstrengung) + Einnahme von AINS + Hypotonie (Abfall des Blutdrucks).
Bei der Einnahme von Medikamenten gegen Durchfall und Erbrechen, kann es zu einer Blockade der Darmtätigkeit kommen (hervorgerufen durch die Medikamente) und zu einem septischen Schock d.h. einer schweren Kreislaufstörung, die auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen ist.
Allgemein kann gesagt werden, dass die Einnahme von Medikamenten (ob sie nun frei verkauft werden oder nicht) zur Abdeckung von Schmerzen, eine Pathologie oder eine schon vorhandene Verletzung verschlimmern und eine Heilung verzögern kann.
Starke Selbstmedikation hat meistens auch eine negative Auswirkung auf die Leistung bei einem Lauf und auf lange Zeit Auswirkungen auf die Leistungssteigerung. »

Wie soll man sich also verhalten ?

« Nehmen Sie die Schmerzsignale wahr ! Handeln Sie danach, entweder indem Sie das Training vermindern oder unterbrechen, den Lauf aufgeben. Bei Selbstmedikation muss unbedingt die Mengenangabe berücksichtigt werden. Ausserdem muss bedacht werden, dass ein Medikament, auch wenn es ohne ärzliche Verschreibung gekauft werden kann, nicht gefährlich sein oder Nebenwirkungen bewirken kann. Dabei denke ich an einige frei erhältliche entzündungshemmende Mittel.

Wie ist Ihre Reaktion auf Selbstmedikation ?

« Bei den Läufen befragen wir systematisch die zu versorgenden Teilnehmer, ob sie Medikamente genommen haben. Wir richten unsere Behandlung dann danach und geben die Informationen an die anderen Hilfsposten weiter, damit derselbe Läufer entsprechend behandelt werden kann, fall es noch einmal notwendig sein sollte (die Informationen unterliegen aber der Regel der ärztlichen Schweigepflicht).
Ausserhalb der Läufe, arbeiten wir mit den Veranstaltern an einer Politik der Vorbeugung, besonders durch Informationen, die allgemein unsere Arbeit um die Gesundheit der Athleten betreffen. »

Selbstmedikation

Viele von Ihnen haben 2010 an der Studie über Selbstmedikation teilgenommen, dem Thema einer Dissertation von Dr Mélanie Arnaud.

Hinsichtlich der verwendeten Medikamente, stehen drei Gruppen an der Spitze :

  1. Paracetamol, das 12 bis 13% der Läufer einnehmen
  2. Homeopathie, die 12% der Läufer vor dem Lauf und 9% während des Laufes verwenden
  3. Entzündungshemmer, die mehr als 10% der Läufer vor dem Lauf und mehr als 12% während des Laufes nehmen.

Aspirin wird von 7% der Läufer vor dem Lauf und von 4% während des Laufes genommen, Corticoïde von 0.44% der Läufer vor dem Lauf und von 0.38% während des Laufes.

Präparate für die Verdauung stellen ebenfalls einen nicht zu übersehenden Teil der Selbstmedikation dar.

Im ganzen gesehen, stellt Paracetamol das schmerzstillende Mittel dar, das vor und während dem Lauf am meisten verwendet wird. Das erscheint logisch, denn es zeigt das beste Vorteil- und Risikoverhältnis. Auch eine starke Verwendung von entzündungshemmenden Mitteln und Aspirin kann nach wie vor festgestellt werden, denn ihre schmerzstillende Wirkung wird von vielen Läufern für besser empfunden, verglichen mit Paracetamol, dessen Verwendung zahlreiche Risiken mit sich bringen kann.

Erwähnt soll auch werden, dass die Corticoïde auf der offiziellen Liste der Dopingprodukte stehen und dass ihre Verwendung nur im Notfall und mit ärztlicher Verordnung erlaubt ist. Der Läufer, der damit behandelt wird, muss den Lauf abbrechen.

Unsere Ratschläge :

 

  • Unser erster Rat : Versuchen Sie nicht, Schmerzen mit aller Gewalt zu unterdrücken. Sie sind Warnzeichen Ihres Organismus und müssen beachtet werden. Schmerzstillende Mittel können schwere Probleme verdecken, wie zum Beispiel eine Rhabdomyolyse (eine Muskelzerstörung, die manchmal mit schweren Nierenproblemen verbunden sein kann).
  • Nehmen Sie bei Schmerzen eher Paracetamol. Das ist das beste schmerzstillende Mittel für die Notfallapotheke, wenn Sie in den Bergen unterwegs sind. Beachten Sie aber genau die Anwendungsvorschriften !
  • Vermeiden Sie die Einnahme von entzündungshemmenden Mitteln, die Giftstoff für die Niere sein können (und eine Rhabdomyolyse bewirken können), für den Magen, aber auch für den Muskel-Skelettbereich, wenn sie regelmässig genommen werden.
  • Die Einnahme von Aspirin (das auch zu den entzündungshemmenden Mitteln gehört und niemals zusammen mit einem anderen genommen werden soll !) ist auch nicht geraten, denn es kann bei lang anhaltender Anstrengung Verdauungsprobleme verursachen, starke Blutungen bei Verletzung und kann auch Ursache von Rhabdomyolyse werden.
  • Die Corticoïde zählen zu den Dopingmitteln und sind folglich bei sportlichen Bewerben verboten.
  • Verdauungsprobleme : Diesbezüglich möchten wir Sie daran erinnern, dass die Vorbeugung gegen solche Probleme gutes Training und passende Ernährung sind.
    • Medikamente gegen Durchfall : besser ist es, zuerst Diosmectite oder ein anti-Sekretionsmittel zu nehmen und durchfallhemmende Mittel erst bei Verschlechterung.
    • Medikamente gegen Erbrechen : das Dompéridone ist wegen seiner gute Verträglichkeit und seiner Anti-Rückfluss-Wirkung das geeignetste Mittel.
    • Medikamente gegen Rückfluss : passende Ernährung müsste vom Anfang an Verdauungsbeschwerden ausschliessen. Im Notfall nehmen Sie ein Anti-Sekretionsmittel. ·
  • Und die Homeopathie ? Zahlreiche homeopathische Substanzen können zur Vorbeugung oder zur Behandlung von Beschwerden im Bereich der Knochen, Sehnen, Gelenke, Muskeln und im Verdauungsbereich verwendet werden. Sie schaden nicht !

Vor allem : vergessen Sie nicht, dem Arzt oder den Sanitätern, die Sie während des Ultra-Trail du Mont-Blanc versorgen, mitzuteilen, welche Medikamente Sie genommen haben und in welcher Menge. Das ist für die Behandlung wichtig.

La nutrition
Le sommeil
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